Über mein Buch “Ca. 750 g Glück”

Ich backe nun seit gut zehn Jahren mein eigenes Brot. Und je länger ich es tue, umso stärker sucht sich in mir das Gefühl Raum, mehr davon zu haben, als nur das Brot an sich. Das Brotbacken hat mich als Mensch verändert, hat mich mit ungemein positiven Eigenschaften ausgestattet, hat mich glücklicher, ruhiger, umsichtiger, zufriedener werden lassen.

Deshalb war es an der Zeit, ein Buch zu schreiben, in dem es zwar auch um das Brotbacken geht, aber in erster Linie darum, was Brotbacken mit uns tut, welche Bedeutung Brotbacken für uns haben kann. Und da ich zwar fachlich schreiben kann, aber keine Spur von literarischem Talent habe, ist Judith Stoletzky zu mir gestoßen, die diese wunderbar tiefgehenden und zugleich amüsanten Worte gefunden hat. Auch die visuelle Konzeption lag in ihren Händen.

Ein kleines, schmales Brotbackbuch, das keines ist. Ein Buch, das sich den Ursprüngen des Brotes widmet, das in all seiner Ausstattung dem alten Handwerk Tribut zollt. Belletristik für alle Sinne. Mit Texten, die kurzweilig zu lesen sind und den Leser in eine Welt abseits der Fachlichkeit mitnehmen. Ein Buch für die Gute-Nacht-Lektüre, für die Bahnfahrt, für den Arztbesuch oder einfach zum Verschenken – auch für all jene, die noch nicht einmal im Traum daran denken, ein Brot backen zu wollen.

Das Buch enthält so vieles, das ich nicht in Worte fassen kann, dass man es einfach gelesen haben muss, um zu verstehen, was ich meine.

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ISBN 978-3-95453-159-2
1. Auflage 2018, ca. 100 Seiten, ca. 7 Fotos
Erscheinungsdatum: 18.09.2018
16,00 EUR(D) inkl. 7% MwSt., 16,50 EUR(A)

Klein, aber oho!

Klein, aber oho!

Aus der Verlagsankündigung:

“Über die urigste, die einzig wahre, die echte Art Brot zu backen – mit selbst gezogenem Sauerteig – ist in den letzten Jahren viel geschrieben worden. Sauerteigbrot ist Trend von Kalifornien bis Kaltenkirchen. Von Zürich bis Zabriskie Point. Der Hippster tut es. Die ernährungsbewusste Selbstversorgerin tut es. Und der burnoutgefährdete Manager tut es. Doch Brotbacken mit Sauerteig ist mehr als ein Lifestyle-Hobby. Es kann unser Leben, unser Selbstverständnis, unsere Weltsicht und unsere Werte verändern.

Anfassbares, essbares, nachwachsendes Glück. Nichts lehrt uns mehr über Beziehungen und Liebe als ein Sauerteig. Dieser hochsensible Lebensgefährte lässt uns achtsamer, geduldiger, bescheidener, fürsorglicher, liebevoller, ordentlicher, zuverlässiger, großzügiger und glücklicher werden. Er macht unser Leben sinnvoller, geschmackvoller und geselliger. Deshalb ist dieses kleine Buch von Lutz Geißler und Judith Stoletzky viel mehr als ein Brotbackbuch. Es ist das Rezept für ein glücklicheres Leben – und zwar mit Geling-Garantie.

Weil es daran erinnert, was wirklich wichtig ist. Es ist eine Liebeserklärung an selbst gebackenes Sauerteigbrot und den sinnlichen Weg dorthin. An die Menschen, mit denen wir unsere Zeit und das, was wir haben, teilen möchten. Deshalb ruft dieses Büchlein nicht nur zum Backen auf, sondern dazu, den eigenen Sauerteigansatz und das selbst gebackene Brot mit Freunden oder denen, die es werden könnten, zu teilen.

Postdigital geteilte Freude ist doppelte Freude. Denn in Zeiten uferloser digitaler Reizüberflutung gibt es nichts Schöneres, keine bessere Entspannung und keine effektivere Therapie, als ein selbst hergestelltes Brot aus dem Ofen zu holen: ein duftendes, warmes, vollkommen analoges Stück Glück aus so einfachen Zutaten wie Wasser, Mehl und Salz. Nahrhaft, köstlich und befriedigend und etwas, das man wirklich teilen kann – mit Freunden aus Fleisch und Blut.”

Leseproben

Einen Blick ins Buch finden Sie hier…

“Im Gegensatz zu vielen anderen Dingen, die wir Menschen betreiben, um uns zu entspannen, ist Brotbacken nützlich, nahrhaft und schöpferisch. Vom Ausmalen von Ausmalbüchern, vom Fernsehen, vom Links-Liken und Posts-Posten, Schnapstrinken, Zigarettenrauchen, vom Kinder-, Partner oder Haustiere-Herumkommandieren kann man das beim besten Willen nicht behaupten. Befreit man sich vom Leistungsdruck, das perfekte Brot zu backen, geht von dieser Tätigkeit bereits eine entspannende Wirkung aus, bevor man es überhaupt das erste Mal versucht hat, denn die Investitionen für dieses Abenteuer halten sich zurück.”

“Als Sauerteigmutter oder -vater fragt man sich auch: Darf ich ausgehen, auch wenn der Sauerteig nachts gefüttert werden will? Darf ich auf dem Balkon mal eine rauchen? Besorgen wir uns einen Sauerteigsitter, ein Sauerteigbabyfon für die Nacht? Werden wir es hören, wenn sein letztes Bläschen platzt? Wer nimmt Sebastian an Weihnachten? Wer in den Ferien? Theoretisch ist es möglich, mit Sauerteigen zu reisen. Bei Flugreisen bedenken Sie bitte, dass die Security gegenüber einer blasigen Masse in einem alten Senfglas im Handgepäck kritisch eingestellt ist und die Erklärung, es handele sich um eine Vorstufe von Handgebäck, nicht lustig findet. Wird sich der Sauerteig in fremder Umgebung, in der Enge der Minibar des Mittelklassehotels an der Costa del Sol wohlfühlen? Wird er Heimweh haben? Die Unwägbarkeiten sind ohne Zahl.”

“Wenn Sauerteig groß genug ist, um auf eigenen Beinen zu stehen, lassen Sie ihn ziehen. Geben Sie ihn her. Tauschen und verschenken sie ihn, jedenfalls zum Teil. In kleinen Portionen, die reichen, um damit circa 750 Gramm Glück zu backen. Stellen Sie sich nachts mit hochgeschlagenem Mantelkragen an einen zugigen S-Bahnhof in die schlecht beleuchtete Ecke vis à vis der geschlossenen Dönerbude, um Gesinnungsbrüder und -schwestern mit der heißen mikrobiologischen Ware zu versorgen. Auf den Glienicker Brücken dieser Welt werden Sie im Nebel auf den russischen Austauschsauerteig warten oder in der Kaschemme beim Fluss einem anonymen Sauerteigaktivisten auf den geflüsterten Code „Lactobacillus plantarum, Lactobacillus brevis et Saccharomyces cerevisiae“ eine Dosis Anstellgut rüberschieben, damit er noch in dieser Nacht zur Tat schreiten kann.”

(Text: Judith Stoletzky)

     

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